Kolumbien hinter den Kulissen: Frieden – wie geht das?

Foto: KFB-Vamos Mujer

Online-Talk mit Luisa Acosta, Nelson Restrepo, Fabio Alonso und Ulla Ebner (Ö1)

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos erhielt 2016 den Friedensnobelpreis für die Beendigung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in seinem Land. Fünf Jahre nach Unterzeichnung des Friedensabkommens ist es aber noch ein weiter Weg, um den sozialen Zusammenhalt wieder herzustellen. Der Friede ist brüchig: jene, die sich für die Umsetzung des Abkommens auf lokaler Ebene einsetzen, laufen Gefahr, ermordet zu werden.

Covid-19 und die Ankunft von 1,7 Millionen venezolanischer Flüchtlinge haben das Land weiter destabilisiert. Seit Monaten protestiert vor allem die Jugend in landesweiten Großstreiks für bessere Lebensbedingungen. Im Online-Talk am 01.12.21 mit Ulla Ebner (Ö1) zeichneten drei Aktivist*innen der kolumbianischen Friedensbewegung ein aktuelles Bild von Kolumbien abseits von Medienberichten. Ihre Kreativität, ihr Mut und ihr Engagement für den sozialen Zusammenhalt in einer gespaltenen Gesellschaft sind inspirierend – auch für den europäischen Kontext.

Nelson Restrepo ist Soziologe und begleitet Demokratisierung und politische Teilhabe durch Umweltengagement und Gemeindeprozesse. Er arbeitet in der Region rund um Medellín für die Organisation Conciudadanía, eine Partnerorganisation der österreichischen Dreikönigsaktion

 

 

Fabio Alonso Mesa Ramírez ist Politikwissenschaftler und berät auch die öffentliche lokale Verwaltung zu bestimmten Themen. Aber vor allem arbeitet er als Erwachsenenbildner mit direkt Betroffenen des Bürgerkriegs. Er koordiniert Projekte unter anderem für die Organisationen SERCOLDES, die Stiftung Kolumbianischer Dienst für Soziale Entwicklung und FUNDECOS, eine Partnerorganisation der katholischen Frauenbewegung. 

 

Luisa Acosta ist Historikerin, Gastronomie-Beraterin und engagierte Slow-Food Köchin. Sie verknüpft die Bewahrung und Wiederentdeckung der Vielfalt der traditionellen kolumbianischen Küche(n) mit Friedensarbeit und dem Kampf um Ernährungssouveränität.