Kolumbien: Wege der Versöhnung 

Foto: Unsplash/Flavia Carpio

Begegnungen, die bewegen: Laden Sie unsere Gäste aus Kolumbien zu einem Workshop ein!

Verträge und Abkommen zwischen und innerhalb von Staaten allein können keinen Frieden sichern. Papier ist geduldig. Frieden ist ein Weg, der täglich beschritten werden muss, um Versöhnung zu finden. In Anbetracht des Krieges in der Ukraine ist das Thema aktueller denn je. Die Gegenwart des Friedens in Europa ist nicht mehr selbstverständlich.

Die Wahl eines linken Ex-Guerilla-Kämpfers zum neuen Präsidenten markiert seit diesem Sommer eine Zeitenwende für Kolumbien: Gustavo Petro setzt auf ein anderes, ein integratives Gesellschaftsmodell, das bisherige Diskriminierungen abbaut, die Beteiligung von ethnischen Minderheiten und von Frauen vorantreibt. Doch um den sozialen Zusammenhalt nach über 50 Jahren bewaffneten internen Konflikt wiederherzustellen, ist es noch ein weiter Weg. Der Friede bleibt nach dem Friedensabkommen im Jahr 2016 zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla brüchig, die gesellschaftlichen Gräben sind groß. Armut, Gewalt und die Auswirkungen der Covid-Pandemie verschärfen soziale Spannungen und Ungleichheiten. 

Trotz ständiger Konflikte, die das soziale Leben in Kolumbien destabilisieren, gibt es Versuche aus der Zivilgesellschaft, Versöhnung zwischen den Konfliktparteien zu schaffen. Es braucht treibende Kräfte in der Friedensarbeit. Unsere Gäste aus Kolumbien erzählen, wie das gelingen kann.  Sie sind erfahrene Aktivist:innen und haben sich mit dem jahrzehntelangen Konflikt, seinen Ursachen und Folgen auseinandergesetzt. In der direkten Arbeit mit der Bevölkerung arbeiten sie mit einer Vielfalt an Methoden, die sowohl die eigenen Wurzeln stärken als auch Handlungsspielräume für eine Kultur des friedlichen Miteinanders eröffnen. Die kreative Auseinandersetzung mit dem Konflikt und den Traumata schafft zusätzlich eine neue Kultur der politischen Teilhabe.  

In den Vorträgen und Workshops werden wir gemeinsam unterschiedliche Methoden und Geschichten kennenlernen, wie eine friedliche Zukunft geschrieben werden kann. Lassen Sie sich von unseren spannenden Gästen und ihren Erzählungen motivieren und inspirieren!  

Sie haben Interesse, eine Veranstaltung in Ihrer Schule, Pfarre, Organisation oder Gemeinde zu organisieren? Nehmen Sie bitte Kontakt zu “Ihrem” Welthaus auf! Termine siehe unten: 

Kelly Echeverri koordiniert das Netzwerk der “Friedensroute der Frauen” (Ruta Pacífica de las Mujeres). Als Historikerin und angehende Juristin setzt sie sich mit tausenden Aktivistinnen für die Einhaltung der Friedensverträge in Kolumbien ein. Im Auftrag der kolumbianischen Regierung und der eingesetzten Kommission für Wahrheitsfindung, hat sie die Geschichten der Frauen dokumentiert. Sie berichtet von ihren Erfahrungen in der Friedensbewegung, der aktuellen Menschenrechtssituation und den Herausforderungen rund um die Einhaltung der Friedensverträge in Kolumbien.

Nelson Restrepo ist Soziologe und hat einen Master in Raumordnung. Seit vielen Jahren ist er Koordinator des Arbeitsbereichs ”Bürger:innenschaft zum Umweltschutz” der Organisation Conciudadania (Partnerorganisation der Dreikönigsaktion). Er begleitet Demokratisierung und politische Teilhabe durch Umweltthemen und Gemeindeprozesse. Die Sorge um die Erde als unser gemeinsames Haus und die Stärkung einer umweltbewussten Bevölkerung hängt wesentlich mit der partizipativen Stadtplanung und Raumordnung zusammen.

TERMINE mit Kelly Echeverri und Nelson Restrepo:  

Steiermark: 3.-8. Oktober 2022, Silvia Marhold: silvia.marhold@welthaus.at   

Kärnten: 10.-15.Oktober 2022, Silvia Mödritscher: klagenfurt@welthaus.at   

Wien/ NÖ: 17.-23. Oktober 2022, Milena Müller-Schöffmann wien@welthaus.at  

Luisa Acosta, ist Historikerin, Köchin, Gastronomie-Beraterin und Slow-Food-Engagierte in Kolumbien. Sie ist die Leiterin des CESAC, der ”Schule für soziokulturelle Studien der Ernährung und der kolumbianischen Küche”. Seit vielen Jahren ist die Wiederentdeckung der Vielfalt der traditionellen kolumbianischen Küche ihr Anliegen, daher weiß sie um den Zusammenhang von Ernährungssouveränität und Frieden. 

Fabio Mesa, ist Politikwissenschaftler und Berater in der öffentlichen und lokalen Verwaltung. Seine große Erfahrung als Erwachsenenbildner zum Thema Gendergerechtigkeit setzt er in Aktionen und Bildungsarbeit mit Betroffenen des Bürgerkriegs ein. Als Projektkoordinator für die Organisationen SERCOLDES und FUNDECOS begleitet und berät er Frauenorganisationen, sowie Frauen in Führungsrollen sozialer Bewegungen. Dazu gehören Menschenrechtsverteidigerinnen in den vom bewaffneten Konflikt am stärksten betroffenen Regionen.  Er weiß zu erklären, wie kulturelles Wissen, Geschichten und Tanz als Teil der Friedensarbeit von Bedeutung sind. 

TERMINE mit Luisa Acosta und Fabio Mesa: 

Tirol: 3.-8. Oktober 2022, Marlene Weiß: marlene.weiss@dibk.at  

Oberösterreich: 10.-15.Oktober 2022, Julia Pichler: julia.pichler@welthaus.at  

Niederösterreich: 17.-22. Oktober 2022, Michaela Spritzendorfer-Ehrenhauser: stpoelten@welthaus.at