VERSCHOBEN: Gäste aus Kolumbien

Auf Basis aktueller Anweisungen der Bundesregierung zum Schutz vor Sars-CoV-2 („Coronavirus“) sagt Welthaus alle seine Veranstaltungen bis vorläufig Ende Mai ab. Der Besuch unserer Gäste aus Kolumbien muss leider verschoben werden. Wenn alles gut geht, kommen sie im Herbst. Wir halten sie auf dem Laufenden …

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Brüchiger Friede

Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos erhielt 2016 den Friedensnobelpreis für die Beendigung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in seinem Land. Vier Jahre nach Unterzeichnung des Friedensabkommens ist es aber noch ein weiter Weg, um den sozialen Zusammenhalt wiederherzustellen: Der Friede ist brüchig. Armut und Gewalt verschärfen soziale Spannungen.

Gesellschaftliche Gräben tun sich zunehmend auch in Europa auf. Das Friedensprojekt EU bröckelt. In Kolumbien wie auch bei uns gilt: Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, werden wir nur bewältigen, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Wie schafft man sozialen Zusammenhalt? Wie bringt man Menschen an einen Tisch, die nichts miteinander zu tun haben wollen? Wie können wir Zukunft gemeinsam gestalten?

Begegnungen, die bewegen

Luisa Acosta, Fabio Alonso, Katherine Urrea und Nelson Restrepo kommen im April auf Einladung von Welthaus nach Österreich, um ihre Erfahrungen zu diesen Fragen bei Workshops und Vorträgen zu teilen. Die Gäste setzen sich seit Jahren mit dem bewaffneten Konflikt in Kolumbien, seinen Ursachen und Folgen auseinander. In ihrer Arbeit mit Frauen, Männern und Jugendlichen wenden sie eine Vielfalt an Methoden an, die sowohl die eigenen Wurzeln stärken als auch Handlungsspielräume für eine Kultur des friedlichen Miteinanders eröffnen.

Beispielhaft sind hierfür Theatergruppen, die bei Demonstrationen auftreten und Wandmalereien, die öffentliche Meinung bilden. Durch Kunst und Kultur sollen Räume geschaffen werden, die den Frieden, die Versöhnung, sowie die BürgerInnenbeteiligung fördern. Die kreative Auseinandersetzung mit dem Konflikt und den Traumata schafft eine neue politisch-partizipative Kultur und ermächtigt die Menschen zu einer Kultur des Friedens und des Miteinanders. Auch gemeinsames Kochen und das Teilen von Wissen um traditionelle Lebensmittel sowie Geschichten und Lieder sind ein Teil davon. Kolumbien – ein Land reich an Landschaften, Kulturen und Traditionen ist mehr als Drogen und Gewalt!

Laden Sie die Gäste für einen Workshop ein!

Unsere Gäste erzählen unter anderem, wie sie in ihrer Heimat Frieden, Versöhnung und Mitbestimmung fördern. Wenn auch Sie Interesse am Austausch zu den Wegen und Erfahrungen des friedlichen Miteinanders haben, kontaktieren Sie uns für eine BEGEGNUNG MIT GÄSTEN in Ihrer Pfarre/Schule/Organisation.

Luisa Acosta ist Historikerin, Köchin, Gastronomie-Beraterin
und Slow-Food-Engagierte in Kolumbien.
Seit vielen Jahren ist die Wiederentdeckung der Vielfalt der traditionellen kolumbianischen Küche ihr Anliegen, daher weiß sie um den Zusammenhang von Ernährungssouveränität und Frieden.

 

Fabio Alonso ist Politikwissenschaftler und Berater in der öffentlichen und lokalen Verwaltung. Seine große Erfahrung als Erwachsenenbildner setzt er in Aktionen und Bildungsarbeit mit Betroffenen des Bürgerkriegs ein. Als Projektkoordinator für die Organisationen FUNDECOS und SERCOLDES, Partnerorganisation von KFB, in Kolumbien weiß er zu erklären, wie kulturelles Wissen, Geschichten und Tanz als Teil der Friedensarbeit von Bedeutung sind.

Termine mit Luisa Acosta und Fabio Alonso:

Tirol: 20. – 26. April 2020
julia.stabentheiner@dibk.at

Oberösterreich: 27. April -3. Mai 2020
sophie.winklberger@dioezese-linz.at

Niederösterreich: 4. – 10. Mai 2020
m.spritzendorfer-ehrenhauser@kirche.at

Katherine Urrea war bereits während ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin als Volontärin bei der Frauenorganisation Vamos Mujer tätig und hat die Arbeit mit verschiedensten Frauenorganisationen am Land kennengelernt. In Workshops mit Mädchen und Jugendlichen sowie in Aktionen im öffentlichen Raum thematisiert sie Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Kolumbien und ruft zu Frieden und Engagement für ein friedliches Miteinander auf.

Nelson Restrepo ist Soziologe und Dokumentarfilmer und hat einen Master in Raumordnung und seit vielen Jahren Koordinator des Arbeitsbereichs BürgerInnenschaft zum Umweltschutz der Organisation Conciudadania. Er begleitet Demokratisierung und politische Teilhabe durch Umweltthemen und Gemeindeprozesse. Denn die Sorge um das gemeinsame Haus, der Umweltschutz und die Stärkung einer Umweltbewussten BürgerInnenschaft hängt wesentlich mit der partizipativen Stadtplanung und Raumordnung zusammen.

Termine mit Katherine Urrea und Nelson Restrepo:

Wien und Niederösterreich: 20. – 26. April 2020
milena.mueller-schoeffmann@welthaus.at

Steiermark: 27. April – 3. Mai 2020
silvia.miranda@welthaus.at

Kärnten: 4. – 10. Mai 2020
silvia.moedritscher@kath-kirche-kaernten.at

Vamos Mujer ist Projektpartner der Katholischen Frauenbewegung und Conciudadania  Projektpartner der Dreikönigsaktion.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Besuche unserer Gäste in den letzten Jahren …